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Cannabis

1. Inhalte

  • Gewinnung von Cannabisprodukten
  • Erscheinungsbild
  • Konsummuster, Dosierung
  • Wirkungen bei akutem und chronischem Konsum
  • Wirkungseintritt, -dauer
  • Entzugssyndrom
  • Verkehrsrelevante Wirkungen
  • Toxikologischer Nachweis

2. Gewinnung

Alle Cannabisprodukte werden aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa) gewonnen.

Der THC-Gehalt (THC=Tetrahydrocannabinol, siehe unten) einer Pflanze ist in erster Linie genetisch bedingt. Darüberhinaus hängt der Wirkstoffgehalt von den Wachstumsbedingungen ab.

Hanfpflanzen, die zur Erzeugung von Fasern agrarisch angebaut werden, enthalten nur sehr geringe (irrelevante) Mengen an THC. Hohe THC-Gehalte erzielt man beim kontrollierten Anbau unter Glas, wobei zuvor die männlichen Pflanzen entfernt werden, damit es nicht zu einer Befruchtung der weiblichen Pflanze kommt. Zur Anzucht läßt man die Samen (Hanfkörner) in warmer Umgebung keimen. Die Pflanzen blühen nach etwa 1,5 bis 2 Monaten und können dann geerntet werden. Ein Versandhaus in Amsterdam bietet Samen von über 20 verschiedenen Hanfsorten für unterschiedliche Standorte an.

Auch in den Niederlanden ist die Erzeugung und der Besitz THC-haltiger Rauschmittel grundsätzlich verboten. Der Anbau von Cannabispflanzen für den Eigengebrauch in kleinen Mengen wird aber toleriert.

3. Erscheinungsbild

Marihuana, Gras

Getrocknetes grünes Pflanzenmaterial. Das THC ist vorwiegend in den Blütenständen der weiblichen Pflanze enthalten (üblich sind 1 bis 5%, bei besonderen Sorten, z.B. aus Treibhäusern: 10 bis 20 %).

Haschisch

Olivgrüne bis tiefbraune Platten, Plattenstücke oder Bröckchen von charakteristischem aromatischen Geruch. Haschisch ist ein aus den Blütenständen der weiblichen Pflanzen gewonnenes harziges Material mit hohem THC-Gehalt (üblich sind 7 bis 9 %, Spitzenqualitäten erreichen bis 15 %, in Einzelfällen auch 40 %).

HaschischöI

Dunkler, mit Hilfe von Alkohol oder Petroläther aus den harzhaltigen Teilen der Cannabispflanze gewonnener Extrakt. Wird nur selten angetroffen. THC-Gehalt: bis 70%.

4. Konsummuster, Dosierung

Jeder vierte jüngere Erwachsene (im Alter von 18 bis 24 Jahren) hat nach eigenen Angaben bereits mindestens einmal Haschisch konsumiert. Dabei sind Männer deutlich häufiger als Frauen vertreten.

Rauchutensilien

Papier zur Herstellung von Joints, Pfeife, Wasserpfeife (häufig Eigenbau).

Konsumformen

Die üblichste Konsumform, insbesondere für den Einsteiger, ist das Rauchen (mit tiefen Lungenzügen) einer selbstgedrehten, mehr oder weniger großen Zigarette (Joint, "Tüte") mit z.B. einer Tabak/Haschisch-Mischung oder mit Marihuana.

Sehr hohe Wirkstoffaufnahmen werden durch das Rauchen mit einer Pfeife (Shillum oder Wasserpfeife) erzielt.

Bei der Wasserpfeife wird ein Haschischstückchen im Pfeifenkopf angezündet und der Rauch durch Wasser gezogen. Hier verliert der Rauch einen Teil seiner schleimhautreizenden Wirkung und ist verträglicher. Ein Stück Haschisch von ca. 0,2 g wird in 1 bis 3 Zügen geraucht. Hierdurch tritt eine sehr starke Wirkung ein. Diese Konsumform wird häufig von dem chronischen Konsumenten bevorzugt.

Andere Konsumformen, wie die orale Aufnahme von Haschischplätzchen, beobachtet man nur selten. Unbeabsichtigter Konsum und heimliche Beibringung von Cannabisprodukten über Nahrungsmittel ist ohne weiteres möglich.

Wird Cannabis in Form von Nahrungsmitteln angeboten, so sieht man am häufigsten cannabishaltige Backwaren, insbesondere Haschischplätzchen. Durch den Backprozeß wird zusätzlich THC aus einer unter den Cannabinoiden zu findenden Carbonsäure durch thermische Einwirkung gebildet und so der THC-Gehalt gesteigert. Beimengungen zu Getränken oder als Cannabistee sind ebenfalls bekannt. In der Szene existieren regelrechte Kochbücher zur Präparation von Nahrungsmitteln.

Übliche Konsumeinheiten:

Zur Herstellung eines Joints oder einer Pfeife werden üblicherweise 0,1 bis 0,2 Gramm handelsübliches Haschisch oder 0,5 bis 1 Gramm Marihuana verwendet. Die wirksame Einzeldosis liegt bei 15 mg THC, die auch als Konsumeinheit bezeichnet wird. Der Cannabiskonsument bestimmt individuell durch Art des Rauchens (Joint oder Pfeife, tiefer oder flacher Lungenzug, Verweildauer des Rauchs in der Lunge) die tatsächlich aufgenommene THC-Menge.

5. Akute Wirkung

5.1 Vom Konsumenten empfundene Wirkungen

Durch Befragung von Konsumenten (14- bis 20-jährige Schüler) wurde versucht aufzuzeigen, wie ein Durchschnittsjugendlicher seine Erfahrungen mit Cannabis subjektiv einordnet. Hierbei wurde unterschieden zwischen positiv empfundenen (erwarteten) Wirkungen (=subjektive Wirkung) und negativ empfundenen Wirkungen (=Nebenwirkungen). Das subjektive Empfinden nach Cannabisgenuß ist nicht nur von der Dosis, sondern insbesondere von Einflußgrößen wie Persönlichkeitsstruktur, Erwartungshaltung, Vorerfahrung oder dem Grundbefinden des Konsumenten abhängig. Somit können z.B. gleiche Wirkungen des Cannabisrausches von dem einen als wohltuend empfunden werden, während ein anderer diesen Effekt nur als Verlust sozialer Kompetenz und damit als unangenehm erlebt. Dies ist bei der Auswertung der Ergebnisse dieser Befragung zu berücksichtigen. In folgender Häufigkeit wurden die einzelnen mit Cannabis gemachten Erfahrungen genannt:

 

 

Subjektive Wirkungen

von Cannabis

(n=659, Mehrfachnennungen)

   

3 Nebenwirkungen

(ungewünschte Wirkungen)

von Cannabis

(n=868, Mehrfachnennungen)

 

Anz.

[%]

Wirkung

   

Anz.

[%]

Wirkung

 

196

30

Wohlbehagen

   

155

18

Übelkeit*

 

179

27

müde

   

101

12

Depression

 

120

18

Euphorie

   

60

7

Störung im Vitalerleben*

 

95

14

Musikempfinden besser

   

60

7

Kopfschmerzen*

 

69

10

angstdämpfend

   

51

6

Antriebsschwäche

 

64

10

Schweben

   

50

6

Angst

 

56

8

Lachzwang

   

49

6

Schwindel*

 

45

7

Tanzwut/Redseligkeit

   

43

5

Erbrechen/Brechreiz*

 

42

6

intens. Farbwahrnehmung

   

25

3

Konzentrationsschwäche

 

34

5

Kontaktverbesserung

   

22

3

Kreislaufstörungen*

 

33

5

Gefühlserleben gesteigert

   

20

2

Nervosität

 

31

5

Denken verbessert

   

19

2

Leistungsabfall

 

28

4

Rausch wie bei Alkohol

   

18

1

Atembeschwerden

 

26

4

traumhaft

   

15

2

Zittern, weiche Knie*

 

21

3

Konzentration verbessert

   

13

1

Magenbeschwerden

 

20

3

Sozialer Rückzug

   

12

1

Herzstörungen*

 

17

3

Halluzinationen in Form von Erscheinungen

   

12

1

Augentränen

 

17

3

Denk-/Konz.-Störungen

   

12

1

Gleichgewichtsstörungen

 

14

2

geräuschempfindlich

   

11

1

Schlafstörungen

 

12

2

Verlust d. Selbstkontrolle

   

11

1

Denkstörungen

 

11

2

Hunger

   

10

1

Kalter Schweiß*

 

11

2

Steigerung der sexuellen Erregung

   

9

1

Veränderung des sozialen Erlebens

 

8

1

Durst

   

9

1

Ohnmacht*

 

7

1

Phantasie gesteigert

   

8

1

aggressiv

 

7

1

veränd. Zeitwahrnehmung

   

8

1

Enthemmung

 

7

1

Sehstör. (Farbbildungen)

   

8

1

Sehstörungen*

 

6

1

räumliche Halluzinationen

   

8

1

Halluzinationen

 

6

1

Wahnvorstellungen

   

7

1

Gedächtnisstörungen

 

5

1

Größenwahn

   

7

1

Impotenz

 

4

1

verzerrtes Sehen

   

7

1

Schulversagen

 

4

1

undeutliches Sehen

   

7

1

Hals-/Schluckbeschwerd.

 

4

1

Tremor

   

6

1

Alpträume

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei den gewünschten bzw. erwarteten Wirkungen wurden Wohlbehagen, Müdigkeit, Euphorie, Steigerung des Musikerlebnisses, Intensivierung des Farberlebnisses und Angstdämpfung am häufigsten genannt.

Genauso häufig wurde aber auch über unerwünschte Nebenwirkungen berichtet wie Depression, Antriebsschwäche, Angst und insbesondere Symptome, die sich als Folge einer neurovegetativen Kreislauflabilität erklären lassen (Symptome sind mit einem Stern (*) gekennzeichnet).

Bei den gewünschten bzw. erwarteten Wirkungen wurden Wohlbehagen, Müdigkeit, Euphorie, Steigerung des Musikerlebnisses, Intensivierung des Farberlebnisses und Angstdämpfung am häufigsten genannt.

In seltenen Fällen kann es nach dem Konsum von Cannabis sogar zu einem temporären Schwächeanfall bis hin zu kurzer Bewußtlosigkeit kommen.

5.2 Nach außen hin feststellbare Wirkungen

Es hängt davon ab, welche Mengen an Cannabis konsumiert wurden. Die nachstehend aufgeführten objektiv feststellbaren Wirkungen werden regelmäßig nach dem Konsum einer höheren Dosis (Cannabis mit hohem THC-Gehalt) oder nach mehreren Joints bzw. Pfeifen beobachtet.

  • Weitstellung der Pupillen trotz Lichteinfalls (z.B. Taschenlampe) über oft mehrere Sekunden (Blendgefahr!)
  • Rötung der Bindehäute
  • Glasiges Aussehen der Augen
  • Gangunsicherheiten (nach intensivem Konsum)
  • Motivlose Heiterkeit (nach intensivem Konsum)
  • Gesteigerte Herzfrequenz (Puls)
  • Gesteigerter Blutdruck
  • Passivität, Apathie ("breit sein")
  • Müdigkeit
  • Denkstörungen, ideenflüchtiges Denken
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Störung der Kritikfähigkeit
  • Störung des Zeitgefühls und Kurzzeitgedächtnisses

5.3 Wirkungseintritt, -dauer

Etwa 30 Minuten nach Konsumbeginn (beim Rauchen eines Joints; nach oraler Aufnahme später, nach Konsum mittels einer Pfeife früher) wird die Cannabiswirkung am stärksten empfunden.

Diese Empfindung verliert sich innerhalb der nächsten 2 bis 3 Stunden in der Regel vollständig. Nach stärkerem Konsum z.B. am Abend kommt es zu einer noch am nächsten Morgen vorhandenen Restwirkung ("hang over"), die als Konzentrationsschwäche bzw. als "noch nicht ganz Klarsein im Kopf" umschrieben wird.

6. Mögliche Auswirkungen chronischen Haschischkonsums

  • Gier nach täglichem, auch mehrmaligem Konsum; Neigung zur Hochdosierung; erster Konsum des Tages oft kurz nach dem Aufstehen
  • Erhebliche schulische bzw. berufliche Probleme
  • Allgemeine und problembezogene Antriebsminderung, Verhaltenslabilität wird begünstigt
  • Unfähigkeit der Konfliktbewältigung
  • Rückzug auf die eigene Person
  • Verwirrtheit, Desorientierung, Halluzinationen und Panikattakken mit Angstkrisen (Psychosen)
  • Besondere Fähigkeit der Kompensation, so daß psychische und physische Ausfallerscheinungen bei einem kurzen Gespräch mit dem Konsumenten (z.B. bei einer polizeilichen Kontrolle) trotz vorangegangem intensiven Konsums oft nicht wahrgenommen werden

7. Entzugssyndrom

Physisch:

Der körperliche Entzug nach langdauerndem chronischem Konsum ist in der Regel undramatisch und nach wenigen Tagen vorbei.

Folgende Symptome treten auf:

  • Erhöhte Reizbarkeit
  • Unruhe
  • Appetitlosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Übermäßiges Schwitzen
  • Zittern
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (gastrointestinale Störungen)

Psychisch:

Problematischer ist die oft monatelang dauernde Zeit, bis ein psychischer Normalzustand wieder eintritt. Während dieser Zeit besteht erhöhte Rückfallgefahr oder es erfolgt ein Umstieg auf andere Suchtmittel (Alkohol, Psychopharmaka).

8. Verkehrsrelevante Wirkungen

Sedierung, starke Müdigkeit, Störung der Motorik

Hierzu passende typische Fahrfehler:

  • Wechselnde Fahrgeschwindigkeiten
  • Abweichung (Abdriften) von der Fahrspur mit anschließender Lenkkorrektur
  • Zu spätes Reagieren

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwäche, Ausrichtung der Wahrnehmung auf irrelevante Nebenreize

Hierzu passende typische Fahrfehler:

  • Mißachtung von Vorfahrtszeichen und rotlichtzeigenden LZA
  • Keine adäquate Reaktion auf Wahrnehmungen am Rande des Blickfeldes: z.B. Fußgänger, die die Straße überqueren (wollen), spielende Kinder usw.

Neurovegetative Nebenwirkungen

Hierzu passende typische Fahrfehler:

  • Erhebliche Probleme bei der Fahrzeugführung (sehr unsichere Fahrweise)
  • Wiederholtes Anhalten des Fahrzeugs

Euphorie, Beeinträchtigung der Kritikfähigkeit, Selbstüberschätzung

 Hierzu passende typische Fahrfehler:

  • Enthemmtes Fahren
  • Überhöhte Geschwindigkeit
  • "Rowdytum"
  • Riskante Fahrmanöver bei Überholen, Spurwechsel und Kurvenfahrt
  • Minderbewertung bzw. Nichtbeachtung von Risiken

10. Toxikologischer Nachweis

10.1 Akuter Konsum

Der akute Konsum von Cannabisprodukten läßt sich nur durch die Untersuchung einer Blut- bzw. Blutserumprobe (Urin ist ungeeignet!) auf THC nachweisen. Die THC-Konzentration im Serum fällt in wenigen Stunden nach Konsumende auf Werte unterhalb von 1 ng/ml ab. Auch das im Körper gebildete wirksame Stoffwechselprodukt des THC, das 11-OH-THC (11-Hydroxy-delta-9-Tetrahydrocannabinol), wird nur wenige Stunden nach Konsum im Serum in meßbaren Konzentrationen aufgefunden.

Allgemein ist davon auszugehen, daß THC bis zu 6 Stunden, bei sehr starkem Konsum und sehr empfindlichen Analysemethoden auch länger nachgewiesen werden kann. Wichtig ist deshalb, daß die Blutentnahme und die nachfolgenden Untersuchungen möglichst rasch veranlaßt werden, will man wissen, ob ein akuter Cannabiskonsum vorgelegen hat.

10.2 Chronischer Konsum

Für den Nachweis eines chronischen Konsums ist die Bestimmung der unwirksamen Stoffwechselprodukte des THC's (11-Nor-delta-9-THC-9-COOH bzw. dessen Glucuronid) im Blut notwendig.

Diese Metaboliten werden nur langsam abgebaut (Halbwertzeit mehrere Tage), so daß sie im Körper kumulieren, wenn Cannabis regelmäßig (chronisch) konsumiert wird. Sie werden auch typischerweise im Urin aufgefunden. Einen Rückschluß auf den Zeitpunkt des letzten Konsums bzw. der Beeinflussung läßt der Nachweis dieser Stoffwechselprodukte deshalb nicht zu.

10.3 Nachweisdauer

Der Cannabiswirkstoff THC ist nur in der Blut- bzw. Serumprobe, nicht im Urin nachweisbar. In der Regel wird THC innerhalb von etwa 6 Stunden soweit abgebaut, daß es sich einem Nachweis vollständig entzieht bzw. nur noch in Spuren vorhanden ist (siehe oben). Anders verhält es sich mit dem unwirksamen THC-Stoffwechselprodukt. Dieser läßt sich sowohl im Urin als auch im Blut bestimmen.

Ein Nachweis dieses Stoffwechselproduktes ist nach einmaligem Konsum im Blut, Serum bzw. Urin ca. 2 bis 3 Tage nach letztmaligem Konsum und nach täglichem, chronischem Konsum im Blut/Serum bis zu ca. 3 Wochen nach letztmaligem Konsum, im Urin bis zu ca. 3 Monaten nach letztmaligem Konsum möglich.

Durch eine Haaranalyse kann - beispielsweise zur Beurteilung der Fahreignung - ein gewohnheitsmäßiger bzw. monatelang zurückliegender Konsum nachgewiesen bzw. bestätigt werden.

Beispiel:
Die Blutentnahme erfolgte 1 Std. 25 min nach dem Unfall.

Ergebnis der tox. Untersuchung:
THC Å Å
Hydroxy-THC Å Å
THC-Carbonsäure Å Å

Die Blutprobe wies neben hohen Konzentrationen an THC und 11-OH-THC auch hohe Konzentrationen an THC-COOH auf, so daß nicht nur der akute, kurz vor Fahrtantritt erfolgte Cannabiskonsum bestätigt werden konnte, sondern auch ein regelmäßiger (chronischer) Konsum angenommen werden mußte. Letzteres räumte A. anläßlich der Hauptverhandlung auch ein.

Dieser authentische Fall (AG Wuppertal 82 Ls 7 Js 110/94) macht deutlich, daß nach Cannabiskonsum insbesondere die von erfahrenen Kraftfahrern scheinbar unbewußt wahrgenommenen, auch plötzlich auftauchenden verkehrsrelevanten Signale wie rotlichtzeigende Ampeln, nicht als solche erkannt bzw. nicht richtig verarbeitet werden, so daß es nicht oder zu spät zu einer adäquaten Reaktion kommt. Der cannabisbeeinflußte Fahrer träumt und ist unkonzentriert.

11. Zusammenfassung

Wirkstoff

von Cannabisprodukten ist Tetrahydrocannabinol (=THC).

Am häufigsten

werden Haschisch (üblicher THC-Gehalt 7 bis 15 %) oder Marihuana (üblicher THC-Gehalt 1 bis 5 %) konsumiert.

Typische Konsumform

ist das Rauchen der Cannabisprodukte als Joint oder mittels einer Pfeife.

Die wirksame Einzeldosis

von THC beträgt ca. 15 mg. Je nach THC-Gehalt werden ca. 0,1 bis 1 Gramm (100 bis 1000 Milligramm) Haschisch bzw. Marihuana zur Erzielung eines Rauscherlebnisses konsumiert.

Wichtige Wirkungen

sind Beruhigung, Gefühl des Wohlbehagens, Müdigkeit, Minderung der Kritikfähigkeit, Kreislaufstörungen, Angstdämpfung, weitgestellte, lichtträge Pupillen, gerötete Augenbindehäute

Fahruntüchtigkeit

besteht aufgrund von Konzentrationsmangel, starker Müdigkeit und Enthemmung.

Der Nachweis

einer Cannabisbeeinflussung erfolgt durch Bestimmung von THC und dessen Abbauprodukten (Metabolite) in Blut bzw. Blutserum, des Konsums auch durch Nachweis des Abbauproduktes im Urin.

Diese Ausführungen wurden Schriftenreihen der bast entnommen.