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In der Verwaltungsrechtssache wegen Wiedererteilung der Fahrerlaubnis
Gründe I.Der Kläger begehrt die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis. Das
Amtsgericht Ludwigsburg setzte mit Strafbefehl vom 11.01.1996 - 1 Cs 2194/95
- gegen den Kläger wegen des vorsätzlichen Vergehens der Trunkenheit im
Verkehr eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 60,-- DM (2.400,-- DM)
fest und entzog ihm die Fahrerlaubnis. Der Kläger hatte trotz alkoholbedingter
Fahruntauglichkeit (Blutalkoholgehalt 1,92 ‰;
Entnahmezeitpunkt 19.42 Uhr) am Straßenverkehr teilgenommen, indem er
am 21.11.1995 gegen 19.00 Uhr auf der Bundesautobahn bei Asperg gefahren
war. Am
12.09.1996 beantragte der Kläger die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis
und legte aufgrund entsprechender Anforderung des Landratsamts Esslingen
am 10.01.1997 ein Gutachten des TÜV Südwest Esslingen vom 23.12.1996 vor.
Die Gutachter kamen in der zusammenfassenden Beurteilung zu dem Ergebnis,
aus medizinisch-psychologischer Sicht müsse bei erneuter Verkehrsteilnahme
mit hoher Wahrscheinlichkeit mit negativen Verkehrsauffälligkeiten, insbesondere
weiteren Alkoholdelikten gerechnet werden. Die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis
könne daher nicht befürwortet werden. Dem Kläger werde das Aufsuchen einer
Suchtberatungsstelle empfohlen, wobei bereits jetzt erkennbar sei, dass
eine zeitlich begrenzte Informations- und Motivationsgruppe für alkoholauffällige
Kraftfahrer alleine zur Aufarbeitung der Suchtproblematik nicht ausreichen
könne. Eine erneute Überprüfung der Eignung wäre nur dann sinnvoll, wenn
der Kläger glaubhaft geltend machen könne, das Alkoholproblem tiefgreifend
aufgearbeitet zu haben. In
der Folgezeit ließ sich der Kläger von Prof. Dr. med. K. M. (Diplom-Psychologe,
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie) begutachten. In dem Gutachten
vom 30.04.1998 führt der Gutachter aus, ohne therapeutische Einzelberatungen
und Schulungen zum weiteren Erkenntnis- und Einsichtsgewinn und vor allem
auch zum Erlernen von Vermeidungsstrategien könne eine Wiedererteilung
der Fahrerlaubnis nicht befürwortet werden. Erst nach einer solchen Maßnahme
in einer hierzu qualifizierten Institution und durch einen hierzu qualifizierten
Therapeuten könne erneut eine Überprüfung der Fahreignung empfohlen werden.
Mit
Bescheid vom 05.06.1998 lehnte das Landratsamt Esslingen die Erteilung
einer neuen Fahrerlaubnis ab und verwies zur Begründung auf die vorliegenden
Gutachten. Hiergegen erhob der Kläger am 03.07.1998 Widerspruch und legte
eine Teilnahmebescheinigung der Psycho-sozialen Beratungsstelle Esslingen
betreffend den Informations- und Motivationskurs vor. Das
Regierungspräsidium Stuttgart wies mit Widerspruchsbescheid vom 10.12.1998
- dem Kläger am 14.12.1998 zugestellt - dessen Widerspruch mit der Begründung
zurück, die Bedenken gegen die Kraftfahreignung des Klägers seien vor
dem Hintergrund der Alkoholvorgeschichte nicht entkräftet. Dies werde
durch die vorgelegten Gutachten hinreichend belegt. Der
Kläger hat am 14.01.1999 Klage beim Verwaltungsgericht Stuttgart erhoben.
Zur Begründung trägt er vor, er habe sich mit der Alkoholproblematik auseinandergesetzt;
die Gutachten seien nicht ausreichend darauf eingegangen. Er habe inzwischen
verkehrspsychologische Hilfe in Anspruch genommen und lebe seit 1997 alkoholabstinent.
Er lege einen dreiseitigen Bericht des freien Verkehrspsychologen R. W.
vom 02.09.1999 vor. Darüber hinaus verweise er auf die vorgelegten Unterlagen
mit Laborwerten betreffend Blutuntersuchungen. Bis Oktober 1999 habe er
an 13 doppelstündigen Sitzungen im Rahmen einer Einzelbehandlung bei Herrn
R. W. teilgenommen. Seit 10.08.1999 sei die verkehrspsychologische Maßnahme
abgeschlossen. Anschließend erfolge in weitmaschigeren Zeitabständen eine
Nachbehandlung/Nachbetreuung. Von dieser hätten bis November 1999 3 Sitzungen
stattgefunden. Das
Verwaltungsgericht Stuttgart hat mit Urteil vom 03.05.2000 - 3 K 281/99
- das Verfahren eingestellt, soweit sich die Klage auf die Verpflichtung
des Beklagten bezog, dem Kläger die beantragte Fahrerlaubnis zu erteilen.
Im Übrigen hat es den Bescheid des Landratsamts Esslingen vom 30.06.1998
und den Widerspruchsbescheid des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 10.12.1998
aufgehoben und den Beklagten verpflichtet, über den Antrag des Klägers
auf Erteilung der Fahrerlaubnis vom 11./12.09.1996 unter Beachtung der
Rechtsauffassung des Gerichts erneut zu entscheiden. Zur Begründung hat
das Verwaltungsgericht im Wesentlichen ausgeführt: Die Vorlage eines ärztlichen
oder eines medizinisch-psychologischen Gutachtens sei nicht mehr erforderlich,
um die Eignung des Klägers nachzuweisen. Dieser habe nicht nur an einem
Motivationskurs für alkoholauffällige Fahrer teilgenommen, sondern er
habe inzwischen auch eine umfangreiche verkehrspsychologische Therapiemaßnahme
bei einem dafür qualifizierten Psychologen durchgeführt. Nach dem Bericht
des Psychologen R. W. vom 02.09.1999 werde dem Kläger attestiert, dass
er den früheren problematischen Umgang mit Alkohol erkannt habe. Des Weiteren
habe er dem Psychologen gegenüber plausibel eine Alkoholabstinenz seit
September 1997 angegeben und diese jedenfalls durch zahlreiche Blutuntersuchungen
insofern nachgewiesen, als die dabei erhobenen Leberwerte sämtlich in
der Norm gelegen hätten. Damit sei nicht nur eine der wesentlichen Bedingungen
des Gutachtens M. erfüllt, dass nämlich eine qualifizierte Maßnahme zur
Aufarbeitung der Alkoholproblematik durchgeführt worden sei. Es sei vor
allem auch durch die umfassende Äußerung des Diplompsychologe R. W. nachgewiesen,
dass nunmehr eine Verhaltens- und Einstellungsänderung stattgefunden habe
und die von den Gutachtern früher wohl zu Recht attestierten Eignungszweifel
damit ausgeräumt seien. Bei dieser Sachlage sei der Beklagte deshalb verpflichtet,
über den Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis zu entscheiden, wobei
er allerdings wegen des Ablaufs von 2 Jahren seit der Entziehung der Fahrerlaubnis
nicht auf eine Fahrprüfung verzichten dürfe. Dieses
Urteil ist dem Beklagten am 18.05.2000 zugestellt worden. Dieser hat am
16.06.2000 die Zulassung der Berufung beantragt. Der Senat hat mit Beschluss
vom 19.01.2001 - 10 S 1390/00 - die Berufung des Beklagten zugelassen.
Dieser Beschluss ist dem Beklagten am 26.01.2001 zugestellt worden. Der
Beklagte hat am 26.02.2001 die Berufung begründet. Er führt im Wesentlichen
aus, das Verwaltungsgericht habe zu Unrecht eine Privatbescheinigung,
ausgestellt durch den behandelnden Therapeuten, ausreichen lassen, um
wieder von einer Kraftfahreignung des Klägers auszugehen. In beiden vorgelegten
Gutachten fänden sich ausdrücklich keine Hinweise, wonach bei einer solchen
Schulungsmaßnahme automatisch wieder die Eignungsvoraussetzungen eintreten
sollen. Das Gegenteil sei der Fall. Danach sei die Kraftfahreignung durch
eine amtlich anerkannte Untersuchungsstelle erneut zu überprüfen. Ferner
sei es unverständlich, dass sich trotz des Hinweises im Gutachten des
Prof. Dr. M. auf eine gravierende Schädigung des peripheren Nervensystems
mit möglicherweise weitreichenden Folgen für die Kraftfahreignung keinerlei
Ausführungen hierzu im Urteil fänden. Es sei unrichtig, dass die Fahrerlaubnisbehörde
entgegen den gesetzlichen Regelungen auf die Begutachtung durch eine nach
§ 66 FeV anerkannte Stelle verzichten solle. Zur Feststellung der Kraftfahreignung
bedienten sich die Fahrerlaubnisbehörden sachverständiger Stellen, die
ein Anerkennungsverfahren durchlaufen hätten. Dies verlange auch die
Fahrerlaubnisverordnung. Den dort formulierten Anforderungen genüge ein
niedergelassener Verkehrspsychologe nicht, der auch noch den Kläger selbst
behandle und von diesem sein Geld bekomme. Damit sei die Unabhängigkeit
und Neutralität der Begutachtung nicht sichergestellt. Der
Beklagte beantragt, das Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart vom 03.05.2000
- 3 K 281/99 - zu ändern und die Klage abzuweisen. Der
Kläger hat keinen Antrag gestellt und von einer Stellungnahme abgesehen. Dem
Senat liegen die Akten des Landratsamts Esslingen (1 Heft) und des Regierungspräsidiums
Stuttgart (1 Heft) sowie die Gerichtsakten des Verwaltungsgerichts Stuttgart
(1 Band) vor. Sie waren Gegenstand der Beratung. Wegen der weiteren Einzelheiten
wird auf sie und auf die Schriftsätze der Beteiligten verwiesen. II. Der Senat entscheidet nach Anhörung der Beteiligten durch Beschluss über die von ihm zugelassene und auch im Übrigen zulässige Berufung des Beklagten; er hält diese einstimmig für begründet und eine mündliche Verhandlung nicht für erforderlich (§ 130a VwGO). Der entscheidungserhebliche Sachverhalt ist geklärt. Das Verwaltungsgericht hat zu Unrecht die Verfügung des Landratsamts Esslingen vom 05.06.1998 und den Widerspruchsbescheid des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 10.12.1998 aufgehoben und den Beklagten zur Neubescheidung verpflichtet. Denn diese Bescheide sind rechtmäßig; sie verletzen den Kläger daher nicht in seinen Rechten (§ 113 Abs. 1 Satz 1 u. 5 VwGO). Der Kläger hat derzeit keinen Anspruch auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis. Das Verwaltungsgericht ist allerdings zutreffend davon ausgegangen, dass - im Gegensatz zum Zeitpunkt der Entscheidungen des Beklagten - nunmehr das Straßenverkehrsgesetz in der durch Gesetz vom 28.04.1998 (BGBl. I S. 810) geänderten Fassung und die am 01.01.1999 in Kraft getretene Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (Fahrerlaubnis-Verordnung - FeV -) vom 18.08.1998 die für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis maßgebenden Rechtsgrundlagen sind. Gemäß § 20 Abs. 1 FeV i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. r StVG gelten für die Neuerteilung einer Fahrerlaubnis nach vorangegangener Entziehung - wie im vorliegenden Fall - die Vorschriften für die Ersterteilung. Nach den §§ 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3, Abs. 4, 6 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c StVG i.V.m. § 11 Abs. 1 FeV erfordert die Erteilung einer Fahrerlaubnis, dass der Inhaber zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet ist. Diese Voraussetzung erfüllt der Kläger derzeit nicht. Der Beklagte hat sich zur Begründung der fehlenden Eignung des Klägers zum Führen eines Kraftfahrzeugs zu Recht auf das - vor dem Hintergrund seiner Trunkenheitsfahrt mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,92 ‰ zulässigerweise
angeforderte - Gutachten des TÜV Südwest Esslingen vom 23.12.1996 sowie auf das Gutachten von Prof. Dr. K. M. vom 30.04.1998 gestützt. Beide Gutachten kommen in ihren zusammenfassenden Beurteilungen - auch für den Senat nachvollziehbar - zu dem Ergebnis, dass wegen der beim Kläger vorhandenen Alkoholproblematik die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis nicht befürwortet werden könne. Prof. Dr. K. M. stellt zur weiteren Begründung insoweit noch heraus, dass der Kläger zwar an einem Informations- und Motivationskurs für alkoholauffällige Verkehrsteilnehmer teilgenommen habe. Suchttherapeutische Einzelberatungen seien indessen nicht durchgeführt worden. Die Notwendigkeit hierzu habe der Kläger auch jetzt noch nicht erkannt. Entgegen der Auffassung des Klägers setzen sich beide Gutachten sehr ausführlich und konkret mit seinen alkoholbedingten Problemen auseinander. Beide Gutachten sind nachvollziehbar und widerspruchsfrei und geben keinen Anlass zu Zweifeln an der Sachkunde oder an der Unparteilichkeit der Sachverständigen
sie weisen auch keine (anderen) groben Mängel auf, die sie als zur Sachverhaltsfeststellung ungeeignet, zumindest als nicht ausreichend tragfähig erscheinen lassen
Davon, dass diese beiden Gutachten der Annahme der Eignung des Klägers
entgegenstehen, geht ersichtlich auch das Verwaltungsgericht aus. Die Auffassung des Verwaltungsgerichts, dass die in den Gutachten dargelegten Zweifel an der Kraftfahreignung des Klägers durch den Bericht des Verkehrspsychologen R. W. vom 02.09.1999 und seine ergänzende Stellungnahme ausgeräumt seien, vermag der Senat indessen nicht zu teilen. Diese Auffassung begegnet bereits in rechtlicher Hinsicht durchgreifenden Bedenken. Nach § 13 Nr. 2 Buchstabe c und d FeV (i.V.m. den §§ 2 Abs. 2 Nr. 3, Abs. 7 und Abs. 8, 6 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe c StVG), der gemäß § 20 Abs. 1 FeV ebenfalls Anwendung findet, ordnet die Fahrerlaubnisbehörde bei Eignungszweifeln, die auf einer bekannt gewordenen Alkoholproblematik beruhen, zur Vorbereitung von Entscheidungen über die Erteilung der Fahrerlaubnis die Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens an, wenn ein Fahrzeug im Straßenverkehr bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 ‰ oder mehr geführt wurde und die Fahrerlaubnis deswegen entzogen war. Diese Voraussetzungen liegen beim Kläger vor, da ihm wegen vorsätzlichen Vergehens der Trunkenheit im Verkehr bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,92 ‰ die Fahrerlaubnis entzogen worden war. Die Anordnung der Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens steht bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 13 Nr. 2 Buchstabe c und d FeV - wie dem Wortlaut dieser Vorschrift eindeutig zu entnehmen ist - nicht im Ermessen der Fahrerlaubnisbehörde; darauf, ob im Fall des Klägers besondere Umstände die Annahme rechtfertigen könnten, dass er trotz dieser hohen Blutalkoholkonzentration zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet sein könnte, kommt es - anders als nach der Rechtsprechung zu dem vor dem 01.01.1999 geltenden Recht
Damit stellt der Verordnungsgeber klar, dass die Klärung von Eignungszweifeln, die auf einer bekannt gewordenen Alkoholproblematik beruhen, in den Fällen des § 13 Nr. 2 FeV, der insoweit als speziellere Vorschrift § 11 FeV verdrängt
ausschließlich durch ein medizinisch-psychologisches Gutachten zu erfolgen hat. Die Erstellung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens obliegt nach der Legaldefinition des § 11 Abs. 3 Satz 1 1. Halbs. FeV allein einer entsprechend § 66 Abs. 1 FeV amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung
Der
vom Kläger vorgelegte Bericht des freien Verkehrspsychologen R. W. v.
02.09.1999 genügt schon daher den Anforderungen an ein medizinisch-psychologisches
Gutachten nicht. Auch im Hinblick auf die bei Erstattung von Gutachten gebotenen Grundsätze der Unparteilichkeit und Unabhängigkeit vermag die Auffassung des Verwaltungsgerichts nicht zu überzeugen, ein weiteres medizinisch-psychologisches Gutachten sei entbehrlich. Die Zuweisung der Aufgabe der Erstellung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens an amtlich anerkannte Begutachtungsstellen für Fahreignung soll zum Schutz von Leben und Gesundheit der Verkehrsteilnehmer neben der Gewährleistung der verkehrsmedizinischen und verkehrspsychologischen Qualifikation und der hierfür erforderlichen finanziellen, organisatorischen und personellen Ausstattung insbesondere auch die Unparteilichkeit der Sachverständigen sicherstellen. Dies zeigt sich insbesondere in Nr. 5 der Anlage 14 zu § 66 Abs. 2 FeV, wonach die Anerkennung erteilt werden kann, wenn der Träger einer Begutachtungsstelle für Fahreignung nicht zugleich Träger von Maßnahmen der Fahrausbildung oder von Kursen zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung ist, sowie in Nr. 8 der Anlage 14, die die Gewährleistung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Gutachter als eine weitere Voraussetzung der Anerkennung vorschreibt. Dieser Zweck des Anerkennungsverfahren kommt in der Neuregelung vom 1.1.1999 auch dadurch zum Ausdruck, dass Gesetz- und Verordnungsgeber an dem Prinzip festgehalten haben, auf eigene, in die staatliche Verwaltungsorganisation eingebundene Stellen zur Begutachtung der Fahreignung zu verzichten und sich - weiterhin - externer Begutachtungsstellen zu bedienen (vgl. Petersen, zfs 2000,1 m.w.N.). Das Gebot der Unparteilichkeit wird auch von den Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahreignung des Gemeinsamen Beirats für Verkehrsmedizin beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen und beim Bundesministerium für Gesundheit vom Februar 2000
unter Ziff. 2.2 und 2.3 deutlich herausgestellt. Für die Beibringung eines
ärztlichen Gutachtens bei Bedenken gegen die körperliche oder geistige
Eignung wird in § 11 Abs.
2 Satz 5 FeV ausdrücklich gefordert, dass der Facharzt nach Satz 3 Nr.
1 nicht zugleich der den Betroffenen behandelnde Arzt sein soll. Eine
entsprechende Regelung für medizinisch-psychologische Gutachten war wegen
des notwendigen Anerkennungsverfahren nicht erforderlich. Vor diesem Hintergrund
kann dem Bericht des Verkehrspsychologen R. W. vom 02.09.1999, der den
Kläger behandelt hat und auch
noch behandelt und damit beruflich (fachlich wie wirtschaftlich) in einem
besonderen Verhältnis zu ihm steht, nicht die Bedeutung eines gleichwertigen
Ersatzes für ein medizinisch-psychologisches Gutachten beigemessen werden.
Das
Gutachten von Prof. Dr. K. M. rechtfertigt im vorliegenden Fall entgegen
der verwaltungsgerichtlichen Auffassung keine andere Sichtweise. Zwar
führt dieser Gutachter in seinem Gutachten vom 30.04.1998 aus, der Kläger
sei über den Informations- und Motivationskurs für alkoholauffällige Verkehrsteilnehmer
hinaus noch weiter verkehrspsychologisch und suchttherapeutisch schulungsbedürftig.
Notwendig seien therapeutische Einzelberatungen und Schulungen. Ohne solche
ergänzenden psychologischen Maßnahmen zum weiteren Erkenntnis- und Einsichtsgewinn
und vor allem auch zum Erlernen von Vermeidungsstrategien könne eine Wiedererteilung
der Fahrerlaubnis nicht befürwortet werden. Abschließend stellt der Gutachter
jedoch ausdrücklich fest, erst nach einer solchen Maßnahme in einer hierzu
qualifizierten Institution und durch hierzu qualifizierte Therapeuten
könne erneut eine Überprüfung der Fahreignung des Klägers empfohlen werden.
Erkennbar wollte der Gutachter die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis nicht
allein von ergänzenden psychologischen Maßnahmen, die der Verkehrspsychologe
R. W. möglicherweise durchgeführt hat, abhängig machen. Vielmehr sollte
nach Durchführung derartiger Maßnahmen vor Wiedererteilung eine erneute
Überprüfung der Fahreignung durch MPU stattfinden. Diese Voraussetzungen
erfüllt der Bericht des Verkehrspsychologen R. W. jedoch ersichtlich nicht.
Schließlich
sind auch in tatsächlicher Hinsicht die Eignungszweifel nicht ausgeräumt.
Das Verwaltungsgericht hat insoweit übersehen, dass nach dem Gutachten
von Prof. Dr. K. M. eine Begutachtung des Klägers nicht nur in psychologischer,
sondern auch in medizinischer Hinsicht veranlasst ist. Denn nach dem Gutachten
ergab die neurologische Untersuchung Anzeichen einer chronisch-diffusen
Schädigung der peripheren Nerven der Beine (Polyneuropathie) mit bereits
vorhandener Areflexi und Störung der Tiefensensibilität und dadurch Unsicherheit
bei Fortfall der optischen Kontrolle. Diese Schädigung der peripheren
Nerven könne durch die Zuckerstoffwechselstörung (diabetische Polyneuropathie)
und/oder auch alkoholtoxisch bedingt sein. Diese Polyneuropathie bedürfe
unbedingt einer eingehenden neurologisch-internistischen Abklärung mit
auch apparativ-neurophysiologischen Zusatzuntersuchungen. Diese sich aus
den substantiierten Ausführungen des Gutachters ergebenden Bedenken gegen
die körperliche (vgl. §§ 11 Abs. 1 FeV, 2 Abs.4 StVG) Eignung des Klägers
sind nach wie nicht ausgeräumt. Nach
alledem war der Berufung des Beklagten stattzugeben und die Klage abzuweisen.
Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 1 VwGO. Die Revision war nicht zuzulassen, da keine der Voraussetzungen des § 132 Abs. 2 VwGO (vgl. §§ 130a Satz 2, 125 Abs. 2 Satz 4 VwGO) vorliegt.
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